Solidaritätsaktion der Ghostbikers

 

„Da Berg ghert an jedn!“ – dem ist nichts hinzuzufügen. Spannender wird die Frage aber, wenn man hinterfragt, wo denn der, heuer für viele Skigebiete bisweilen überlebenswichtige, Kunstschnee und die dazugehörige Präparierung herkommt?...

 

Dass sich die Diskussion „Tourengeher auf öffentlichen Pisten“ auch friedlich lösen lässt beweisen die Ghostbiker aus Bad Ischl. Sie setzen ein Zeichen das sich viele Nachahmer verdient hätte! „Da Berg ghert an jedn!“ – dem ist nichts hinzuzufügen. Spannender wir die Frage aber, wenn man hinterfragt, wo denn der, heuer für viele Skigebiete bisweilen überlebenswichtige, Kunstschnee und die dazugehörige Präparierung herkommt?

 

Und nachdem ja die Ghostbiker die über den Sommer hart aufgebaute Kondition nicht, dank hoffentlich schon verdauter Kekserlorgien und den bevorstehenden, bei manchen aus bestätigten Quellen, ausgiebigen Faschingsfeiern, gleich wieder verlieren wollen, halten sie sich den Winter über mit Skitourengehen fit. Da es aber aufgrund der Schneelage nicht möglich war diese vom Tal aus zu starten besannen Sie sich, als echte Patrioten, auf den Ischler Hausberg – die Katrin.

 

Sich dessen bewusst, dass ohne die künstliche Beschneiung und (ganz wichtig!) Huberts Pistenraupe, dieses Vorhaben kläglich gescheitert wäre und auch ein wenig aufgerüttelt durch die Medienberichte über die mögliche Winterschließung der Katrin, kauften sich die Geisterradler kurzerhand jeweils eine Tageskarte und übergaben diese dem Geschäftsführer der Katrin Seilbahn, Herrn Maus.

 

Ghostbiker mit Katrinseilbahn GF Hans Peter Maus

 

Dieser freute sich sehr über diese Solidaritätsaktion der Ischler Kultradler und wünscht sich natürlich viele Nachahmer, denn auch so kann man ein Zeichen zur Erhaltung des Winterbetriebes am Ischler Hausberg setzen.

 

Herr Maus betont aber, dass man auf dem Ischler Hausberg die Zeichen der Zeit bereits erkannt hat und durch eine Schliessung der Gaststätten an Werktagen um 22 Uhr (An Sonn- und Feiertagen wird nachwievor sofort nach Betriebsschluss präpariert – irgendwann muss Hubert auch schlafen…) und einer Präparierung erst ab dieser Zeit, eine Lösung für ein friedliches Miteinander zwischen Pisten-Tourengehern, Pistenbullyfahrern und den Pistenbetreibern schon längst gefunden hat.

 

Ghostbikers  -  05.02.2010

Pisten-Tourengehen….

….bei Nacht ist auch heuer wieder "IN" auf der Katrin.

Einerseits wollen die Pistengeher ihrem Sport am Ischler Hausberg auch nach Pistenschluss nachgehen, und andererseits müssen die Pisten nach Betriebsschluss oft bis spät in der Nacht für den nächsten Tag präpariert werden.

Wenn beides gleichzeitig stattfindet, sind Reibereien vorprogrammiert, und das Unfallrisiko wird wegen der wachsenden Zahl von Pistengehern immer größer.

Der schwere Unfall am Hauser Kaibling Ende Januar, bei dem eine 41jährige Skifahrerin nach 23 Uhr trotz aufgestellter Warnhinweise in das Windenseil eines Pistenbully's gefahren war, ist dabei der bisherige Höhepunkt in negativer Hinsicht.

Wir wollen deshalb an der Katrin auf "ENTFLECHTUNG" setzen, um das Unfall- und Konfliktpotential so gering wie möglich zu halten.

Konkret heißt das:

 

♦    Die Katrin-Talabfahrt bleibt aus rechtlichen Gründen außerhalb der Betriebszeit gesperrt. Kein Pistendienst, keine Pisten-Sicherung.

 

    Von Montag - Freitag beginnt die Pisten-Präparierung aber erst um 22:00 Uhr (Feiertage ausgenommen).

    Das Berggasthaus "Schmankerl Stubn" und die "Katrin-Almhütte" sind an den besagten Werktagen bis 22:00 Uhr für Pisten-Tourengeher geöffnet. Besucher unserer Gastronomie bitten wir, diese Zeit unbedingt einzuhalten, d.h., spätestens um 22:00 Uhr abzufahren, um nicht mit dem dann beginnenden Pistendienst in Konflikt zu geraten.

    Ausnahmen zu dieser Regelung sind dann notwendig, wenn betriebsbedingt (z.B. starker Schneefall, Lawinengefahr, Schneebrett-Absprengungen, etc.) die Pistenpräparierung doch vor 22:00 Uhr stattfinden muss. In diesem Fall bitten wir die Pisten-Tourengeher, im Sinne ihrer eigenen Sicherheit, die gesperrte Piste nicht zu begehen.

 

♦    Wir ersuchen Pisten-Tourengeher aus Sicherheitsgründen beim Aufstieg auf der Skipiste in der Dämmerung/Dunkelheit und auch z.B. bei Schneetreiben/Nebel immer die Stirnlampe einzuschalten. "Sparefroh's" meinen vielleicht, Batteriestrom sparen zu können, solange sie selbst genug zu sehen glauben. Wie im Straßenverkehr ist es aber sicherer und wichtiger, selbst deutlich gesehen zu werden, um Unfälle zu vermeiden.

    Wir bitten die Pisten-Tourengeher auch zu bedenken, dass sie ohne den Pistendienst ihren Sport überhaupt nicht ausüben könnten. Bitte befolgen Sie deshalb aus Sicherheitsgründen immer die Anweisungen des Pistendienstes und beachten Sie unbedingt die Warnhinweise.

    An Wochenenden und Feiertagen beginnt die Pistenpräparierung nach Betriebsschluss der Seilbahn. Bitte begehen Sie die Talabfahrt an diesen Tagen nicht nach Betriebsschluss! Berggasthaus und Katrin-Almhütte sind an diesen Tagen ebenfalls nach Betriebsschluss der Seilbahn geschlossen.

Diese Regelung setzt auf die Fairness aller Beteiligten. Wenn sich alle daran halten, werden Konflikte und Gefahrenmomente vermieden.

Für das Pisten-Tourengehen während des Skibetriebes gelten weiterhin die nebenstehenden "Regeln für Tourengeher". Bitte helfen Sie mit, Gefahrenmomente, Konflikte und Unfälle zu vermeiden, indem Sie diese Regeln einhalten.

Katrin-Seilbahn AG
05.02.2010
 

 

 


 

Offener Brief an Katrin Pisten-Skitourengeher

Foto
Pistenpräparierung am Seil bedeutet Lebensgefahr für Tourengeher und Skifahrer

 

Liebe Tourengeher,

 

die schnell wachsende Zahl der Pisten-Skitourengeher hat in diesem Winter in vielen Skigebieten zu weitgehenden Maßnahmen wie Absperrungen, Verboten, Zeitbeschränkungen, etc. geführt. Die Gründe dafür sind leicht erklärbar. Lawinenprävention (Sprengmaßnahmen), Pistenpräparierung, Sicherheitsmaßnahmen, etc. kosten sehr viel Geld. Pisten-Tourengeher profitieren davon, ohne sich an den Kosten zu beteiligen und gefährden gleichzeitig sich selbst und die Fahrer der Pistenfahrzeuge, wenn sie sich nicht an entsprechende Regeln und Warnhinweise halten.

 

Regeln, Hinweise, Warnungen werden missachtet

Immer mehr Ski-Tourengeher nehmen sich das Recht heraus, die gesperrten Skipisten nach Betriebsschluss, bzw. in der Nacht, unbefugt zum Aufstieg zu benutzen. Sie stören die Pistenpräparierung, da die Pistenbully-Fahrer ständig auf sie Rücksicht nehmen müssen, bringen sich selbst oft leichtfertig in Lebensgefahr (und versetzen die Fahrer der Pistenfahrzeuge in permanente Unfall-Angst) und zerstören bei der nächtlichen Abfahrt oft rücksichtslos die kurz vorher sehr zeit- und kostenintensiv für den nächsten Tag präparierte Skipiste. Die zahlenden Gäste der Seilbahn finden allzu oft am Morgen eine zerfurchte Abfahrt vor, die nicht nur ungut zu befahren, sondern dann meist hartgefroren und dadurch gefährlich ist.

 

Bis zu 200 Tourengeher in einer Nacht

Da die Katrin ein beliebtes Ziel für Pisten-Skitourengeher ist, können auch wir uns dieser Entwicklung nicht entziehen. In einer Nacht können bis zu 200 Ski-Tourengeher auf der Katrin unterwegs sein, eine "erschreckende" Zahl für unser kleines Skigebiet. Für die Fahrer der Pistenfahrzeuge ist das gerade so, als ob sie mitten im Tagesbetrieb präparieren müssten, mit dem Unterschied, dass sie aufwärts gehende oder abwärts fahrende Tourengeher in der Nacht oft gar nicht, oder erst sehr spät sehen können.

 

1000m langes Winden-Seil

Zum wahren Horror wird die Arbeit der Fahrer, wenn sie sich mit ihren schweren Bullys an die Seilwinde hängen müssen, um bei meterhohem Neuschnee steile Pistenabschnitte zu präparieren. Das Seil ist dabei bis zu 1000m lang, spannt sich (für Tourengeher wie Abfahrer nahezu unsichtbar) über die Piste und schnellt oft - den Bewegungen des Pistengerätes am anderen Ende folgend - quer über die Piste. Der Fahrer kann dabei nicht sehen, was sich im Seilbereich alles abspielt.

 

Piste braucht Zeit zum Aushärten

Welcher Tourengeher macht sich schon Gedanken darüber, dass die Piste nach der Präparierung wenigstens 9 Stunden lang ruhen soll, damit der Schnee im präparierten Zustand aushärten kann, um am nächsten Skitag so lange wie möglich gut befahrbar erhalten zu bleiben? Hemmungslos werden Absperrungen selbst bei großer Lawinengefahr und/oder Sprengarbeiten umgangen, Hinweis- und Warnschilder missachtet, Parkplätze unbefugt benutzt und Pisten bei der Abfahrt massiv beschädigt, als wenn Regeln für sie nicht gelten würden.

 

Auch Tourengeher sind Katrin-Gäste

Wir von der Katrin-Seilbahn wünschen uns keine Konfrontation mit Tourengehern. Wir wissen, dass sich darunter auch viele Katrin-Freunde befinden, die einfach nur enthusiastisch ihren Sport ausüben wollen. Aber die persönliche Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die eines Anderen beeinträchtigt wird. Das gilt auch in der freien Natur und auf der Skipiste.

 

Wir betrachten und begrüßen Tourengeher als Katrin-Gäste. Ein reibungsloses Miteinander ist möglich, wenn sich alle an bestehende Regeln und Hinweise halten. Im Bereich der Katrin-Seilbahn sind dazu die neben stehenden Hinweisschilder in Gebrauch (zum Vergrößern bitte Anklicken). Bitte lesen Sie sie und beachten Sie die Warnungen, Hinweise und Regeln. Machen Sie sich bitte bewusst, dass diese Regeln zur Sicherheit aller Beteiligten aufgestellt sind. Bei Missachtung bringen Sie sich selbst und evtl. andere bewusst in Lebensgefahr!

 

Eingeschaltete Lawinenwarnlampe bedeutet höchste Gefahr

Wenn die gelbe Lawinenwarnlampe eingeschaltet ist, dann bedeutet das auch tatsächlich, dass sehr große Lawinengefahr besteht. Glauben Sie uns, wir wissen in unserem Skigebiet besser als jeder Tourengeher, wie groß die Gefahr einzuschätzen ist, und deshalb stellen wir Warnzeichen und Absperrungen auf.

 

Dialog und zielführende Vorschläge erwünscht

Wir bauen darauf, dass die meisten Tourengeher vernünftige Leute sind und bitten diese: wirken Sie auf unachtsame, unerfahrene und/oder ignorante Tourengeher dahingehend ein, dass sie die Regeln einhalten. Sprechen Sie Tourengeher an, die z.B. wärend des normalen Skibetriebes auf der Piste nebeneinander gehen, die auf der falschen Seite gehen, oder die Hunde dabei haben, etc., und die dadurch sich selbst und talwärts fahrende Skifahrer und Snowboarder gefährden.

 

Wenn Sie Vorschläge haben, wie wir unsererseits die Situation verbessern können, teilen Sie uns dies bitte mit. Wir danken allen, die mithelfen, ein sicheres, reibungsloses und vorbehaltsloses Miteinander zu ermöglichen.

 

Katrin-Seilbahn AG

Geschäftsführung und Betriebsleitung

 

 

 26.02.2009